Kunst und Demenz

Gemälde von Gustav Klimt, Zwei Mädchen mit OleanderGustav Klimt, Zwei Mädchen mit Oleander

Franz Marc, Fabulous Beast IIFranz Marc, Fabulous Beast II

Alzheimerpatienten geniessen Gemälde

Tausende besuchen Museen, Galerien oder auch Kirchen, um sich von Kunstwerken in eine andere Welt entführen zu lassen. Wer sich auf Kunst einlässt, kennt dieses Gefühl der seelischen Bereicherung. Wie ist das bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind? Verändert sich durch die Krankheit die Wahrnehmung künstlerischer Schönheit?

Ähnlich wie bei Gesunden
An der Universität Wien hat das Forschungsteam um Professor Helmut Leder untersucht, wie Alzheimerpatientinnen und -patienten fotografische und künstlerische Darstellungen von Gesichtern und Landschaften nach ästhetischen Kriterien ordnen. Die Resultate lassen annehmen, dass bei fotografierten Gesichtern andere Gehirnstrukturen aktiviert werden, als bei Gemälden. Die Beurteilung von Portraitfotos veränderte sich bei den Alzheimerbetroffenen im Abstand von einigen Wochen stark. Hingegen ihre Einschätzungen von gemalten Gesichtern und Landschaften blieb weitgehend unverändert, und sie ähnelte stark den Urteilen gesunder Testpersonen.

Ein Stück Lebensqualität
Alzheimer führt zu schweren Einschränkungen betreffend Gedächtnis, komplexe Wahrnehmungen sind mit der Zeit nicht mehr möglich, aber die Studien von Professor Leder weisen darauf hin, dass die Freude am Schönen, am ästhetischen Genuss erhalten bleibt. Weitere Studien werden sich der Fragen widmen, wie die Begegnung mit Kunst die Lebensqualität von Menschen mit Alzheimer verbessern kann und ob sich daraus therapeutische Möglichkeiten ergeben.

Quelle: www.bionity.com

April 2013