Fokuspreis 2016

Irene Leu spricht am Symposium der Alzheimervereinigung beider Basel

Was Irene Leu zum Thema Demenz zu sagen hat, beruht auf viel Wissen und langjähriger Erfahrung.

Pionierarbeit mit Kompetenz und Ehrlichkeit

Irene Leu ist weit über Basel hinaus als erfahrene, hoch qualifizierte Fachfrau für Demenz bekannt. Für ihr unermüdliches Wirken zu Gunsten von Menschen mit Demenz hat sie die Alzheimervereinigung beider Basel mit dem Fokuspreis geehrt.

Nur einem kleinen Personenkreis war bekannt, wer den Fokuspreis in diesem Jahr erhalten wird. Als Abschluss des Symposiums, das zum Weltalzheimertag in der grossen Aula der Universität Basel abgehalten wurde, lüftete Andreas U. Monsch das Geheimnis, die Preisträgerin wusste von nichts. Sichtlich gerührt nahm Irene Leu die Auszeichnung vom Vizepräsidenten der Alzheimervereinigung beider Basel und von der Geschäftsführerin Daniela Berger entgegen.

Zwischenstation Alzheimervereinigung
Schon in der Ausbildung zur Psychiatriekrankenschwester in den 1970er-Jahren kam Irene Leu mit dem Thema Demenz in Berührung. In den folgenden elf Jahren baute sie ihre Kompetenzen unter anderem in den Bereichen ambulante Pflege und Akutpsychiatrie aus. Von 1989 bis 1999 war sie in der damals noch jungen Basler Memory Clinic und der neu gegründeten Alzheimervereinigung beider Basel tätig und spezialisierte sich endgültig auf Demenz. Seit 1999 leitet Irene Leu das Atrium der Stiftung Basler Wirrgarten, welches eine Beratungsstelle und eine Tagesstätte betreibt und Schulungen für Angehörige und Pflegefachpersonen durchführt. Als Dozentin wirkt sie am Bildungszentrum Careum in Aarau sowie an den Fachhochschulen in Bern und St. Gallen.

Finger auf den wunden Punkt
Bevor Irene Leu den Fokuspreis überreicht bekam, nahm sie an einem Podiumsgespräch teil. Es ging um einen Vergleich der verschiedenen Pflege- und Betreuungsangebote für Demenzbetroffene, die zuhause leben. Dabei kam zum Ausdruck, dass Angehörige und Betroffene in Hausarztpraxen und anderen medizinischen Institutionen oft gar nicht, oder wenn, dann nur mangelhaft über Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden. Irene Leu stellt fest, dass es diesbezüglich in den vielen Jahren, in denen sie das beobachten kann, kaum Fortschritte gegeben hat. Häufig würden Demenzerkrankungen gar nicht diagnostiziert werden, und dies auch deshalb, weil das Thema Demenz in der medizinischen Ausbildung noch immer zu kurz kommt. Irene Leu spricht gerne Klartext, nennt Probleme beim Namen, legt den Finger auf den wunden Punkt. Nicht zuletzt dank dieser Aufrichtigkeit hat Irene Leu Pionierarbeit leisten können. Die von ihr geleitete Institution hat Vorbildcharakter, mit ihrer Lehrtätigkeit gibt sie ihr enormes Wissen und ihre Erfahrungen weiter. Für all das hat Irene Leu den Fokuspreis mehr als verdient.

September 2016